Wellensittiche

Wellensittiche

Melopsittacus undulatus bedeutet melodischer Papagei mit Wellenlinien, so benannte der britische Naturalist John Gould kleine, grüne, nomadisch lebende, Vögel, die er aus Australien nach England brachte. Die Wellensittiche gewöhnten sich leicht an das Leben in Gefangenschaft und zählen heute zu den populärsten Haustieren auf der Welt. Die erste Wellensittichzucht gelang Mitte des 19. Jahrhunderts auf europäischem Boden, um 1855 bezahlten Liebhaber dieser Ziervögel bis zu 20 000 Mark für ein Paar. Ihre wild lebenden Vorfahren wurden bis zu 18 cm groß und 40 Gramm schwer. Wellensittiche gehören zur Familie der Papageien, sie sind sehr gesellige, lernfähige und „musikalische&ldquo ; Tiere, womit sich ihre Beliebtheit erklären lässt. In Freiheit ziehen sie in Schwärmen durch spärlich bewaldete Gebiete, ursprünglich nur in Australien. Mittlerweile gibt es wild lebende Wellensittiche in den U. S. A., Neuseeland, Südafrika, der Schweiz, in Puerto Rico und Japan, besonders aber in Florida.

Bei psychoakustischen Untersuchungen in der Wellensittichzucht zeichnete sich ab, dass Wellensittiche ein besseres Gehör haben als andere Singvögel. In vergleichenden Studien an domestizierten Wellensittichen zeigte sich eine besondere Fähigkeit zu Hören im 2 — 4 kHz Bereich. Übrigens ist das dieselbe Frequenz mit der Wellensittiche meistens singen oder Kontaktrufe abgeben. Diese haben die Funktion mit anderen Vögeln in Beziehung zu bleiben und bekunden auch Koordination mit den Mitgliedern des Schwarms. Das Herstellen von Kontakt ist aufgrund der nomadischen Lebensweise wichtig, ein zum Schwarm zurückkehrendes Tier meldet so seine Ankunft. Wellensittiche können Rufe klassifizieren und erinnern, sie benützen, so Farabaugh, Dent und Dooling (1998) in ihrem Artikel, spektrale und temporäre Zeichen zur Einordnung derselben. Zudem verfügen sie über die Kompetenz neue Kontaktrufe in veränderten sozialen Situationen im Laufe ihres Lebens zu erlernen.

Frei lebende Wellensittiche unterscheiden sich durch eine größere Varianz an produzierten Melodien, obschon domestizierte Wellensittiche diesen in ihrem Hörvermögen um nichts nachstehen. Wellensittiche sollen nie allein gehalten werden und brauchen tägliches Ausfliegen, auch in der Wohnung. Als Partner akzeptieren sie Menschen und andere Wellensittiche, große Käfige mit Ecken sind für die artgerechte Haltung erfoderlich.

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